Willkommen in der Feinschmeckerey!

winklerfront Verehrte Dame, geehrter Herr,

was ist der beste Champagner, was der feinste Wein, was die köstlichste Speise, der größte Koch, das ultimative Restaurant? Das sind Fragen von hollywoodesquem Format, in unserer expressiven, dem Superlativ huldigenden Zeit oft gestellt, doch niemals zu beantworten und deshalb so ermüdend wie überflüssig.

Der Schafhirte, der zu seinem Käse einen schlichten roten Landwein trinkt, ist glücklicher als ein Protz mit dem 1971er Pétrus aus der Magnum. Dem Göttlichen im Wein, wenn diese Frömmelei gestattet ist, kommt man sowieso nur mit dem Herzen nahe. Selbstverständlich liebe ich große Weine und gehe ihnen weit entgegen, aber ich weiß, daß man auch einfache Weine trinken muß, um die Gloriosen besser zu verstehen. Gleiches gilt für die Küche: ein Bauernbrot, beschmiert mit bester Almbutter und vielleicht geschmückt mit etwas Schnittlauch, ist nicht weniger delikat – und achtenswert - wie ein im Ganzen gedünsteter Steinbutt mit einer Sauce Béarnaise. Die Andacht dem Kleinen wie dem Großen gegenüber, das ist angewandte Lebensart.
Lebensart ist die Ästhetisierung des Seins, also die Kunst, sich das Leben auf kultivierte Weise mit schönen Dingen zu möblieren, von der Literatur über die Musik und das Theater bis hin zu Reisen sowie das Essen und das Trinken.

In diesem Sinne wird sich die „Feinschmeckerey", mein neues Journal für Wein, Kochkunst & Lebensart, diesen daseinsverschönernden Themen widmen – getreu der These, daß Genießen auch ein Ernstnehmen der Schöpfung ist.

Herzlich Ihr August F. Winkler

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Mouton-Galerie: 1976 – Pierre Soulages

Über kein Weingut ist mehr geschrieben worden, kein Wein unter den Bordeaux-Granden, Lafite, Margaux und Latour eingeschlossen, ist populärer: Château Mouton-Rothschild! Den kennen auch Sonntagstrinker und vermögen darüber artig zu...

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15 Dez 2017
Karpfen: die neue alte Fest-Delikatesse

Der typische Karpfenesser galt lange als bürgerlich, wertkonservativ und jeglichem Traditionsbruch abhold, was heißt, daß der „Cyprinus carpio“ bevorzugt an Weihnachten, Silvester oder Ostern auf den Tisch kam und stets...

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15 Dez 2017
Das Genußatelier: Schenken - Irritationen zwischen Mann & Frau

Wer schenkt, der beglückt, sagt der Philosoph. Das ist ein schöner Satz fürs Poesiealbum, aber wie so oft, wenn die Theoretiker sich auf den lichten Höhen ihrer Geisteswelt bewegen, sind...

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15 Dez 2017
Fondue chinoise: geselliges Essen aus dem Topf

Zu Fondue fällt einem vieles ein. Würzige Düfte, kuschelige Hüttenabende, vor allem Geselligkeit. Kein anderes Essen ist so lustig, so unkompliziert und so angenehm für die Gastgeber, weil sie von...

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15 Dez 2017
Champagner zum Essen ist wie Mozart im Mai

Das „Faschierte vom Kalb auf Radieschen“, mit dem im Münchner „Tantris“ ein exzellentes Champagne-Mahl begann, war eigentlich die beste Frikadelle, die man sich vorstellen kann. Küchenchef Hans Haas hatte diese...

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24 Nov 2017
Tee: Adventskalender mit 24 raren Köstlichkeiten

Es klingt wie eine rustikale Sinfonie, wenn Rainer Schmidt mit einem unheimlich lauten Schlürfer jeden Schluck Tee aufsaugt, daran kurz und herrisch, doch sichtlich konzentriert herumschmatzt und gleich wieder ausspuckt....

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24 Nov 2017
Muscheln: pure & chice Meeresfrüchte

Alles Eßbare, was im Meer lebt, schuppenlos ist und kein Fisch, haben die Poeten unter den Feinschmeckern kurzerhand zur Meeresfrucht erklärt. Dazu gehören Tiere und Tierchen, die glatt geformt sind,...

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24 Nov 2017
Miesmuschel: gar nicht miese Delikatesse

Am Eßtisch ist schon mal zu hören, Miesmuscheln seien Austern für Arme. Das ist snobistisches Getue, die Pfahlmuschel ist eine kulinarische Größe für sich. Ein wertender Vergleich ist schon deshalb...

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24 Nov 2017
Korkenzieher: Kunstobjekt und der Schlüssel zum Weingenuß

„Eine gute Flasche Wein ist vor allem eine offene Flasche Wein“ – piemontesische Redensart.

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24 Nov 2017
Das Genußatelier: Gruß aus der Küche - Nippes oder kulinarische Bereicherung?

Es steht auf keiner Speisekarte, wird nicht extra berechnet und hat sich – als Visitenkarte der Küche – zumal in der Spitzengastronomie längst zum gastronomischen Pflichtprogramm entwickelt, aber selbst in...

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10 Nov 2017
Weine, die man nicht vergißt

1990 Château La Fleur de Gay: Der Wein aus der drei Liter fassenden Doppelmagnum darf gefahrlos gelobt werden. Klaus Wagner hatte die Rarität anläßlich des Wachauer Gourmet-Festivals in seinem schönen...

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10 Nov 2017
Plat fruits de mer: herrliche Meeressinfonie und feinste Diätspeise

Alles an dem Mann ist Hingabe. Leicht vornübergebeugt, mit sanft gewölbter Nase, sinnlich wie zum Kuß geschürztem Mund, einen Blick voller Sehnsucht und zugleich der beruhigenden, jede Nervosität bannenden Gewissheit,...

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27 Okt 2017
Wein in Großflaschen: animierend, wertsteigernd und sexy

Die Runde war erst irritiert, dann verblüfft und schließlich nachdenklich. Anlass dieses emotionalen Gemenges war eine Blindprobe mit vier Gläsern, in die der Gastgeber ebenso didaktisch wie listig den gleichen...

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27 Okt 2017
Das Genußatelier: Weinvergleiche zwischen sinnvoll und obskur

Schopenhauer, der Philosoph und geistreiche Ironiker, hat das Vergleichen als die Quelle allen Übels benannt. Da ist was dran, das gilt auch für den immer beliebter werdenden Vergleich von Weinen...

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27 Okt 2017
Blutwurst: rot wie die Liebe und ein archaischer Genuß

Die archaischste und wohl älteste ihrer Art ist die Blutwurst. Erst unter der Haut offenbart sie ihr von Zartheit und Pikanterie erfülltes Wesen. Sie profitiert nicht vom gierigen Biß ins...

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Wort der Woche

„Der Wein macht den Maulwurf zum Adler“

Nadar

Dieses ebenso skurille wie poetisch erhöhte Bild hat Charles-Pierre Baudelaire (1821-1867) entworfen, der geniale französische Lyriker, Schriftsteller, Essayist, Dandy, Wagnerianer und Weinkenner, der vor allem mit seiner „Die Blumen...

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2008 Château de Pez, Cru Bourgeois, St. Estephe

Dunkelrot und mit einem jugendliche Frische signalisierenden Lilaschimmer fließt der Wein ins Glas, aus dem im Nu ein dicht geflochtenes Bukett...

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